Behandlungsspektrum
Psychoanalyse
Analytische Psychologie
Tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie
Gruppenanalyse, Gruppenerfahrung
Krisenintervention
Beratung für Familienunternehmen
Beratung für Fach- und Führungskräfte
Beratung / Behandlung von Paaren und Eltern
Psychologische Begleitung bei schwerer körperlicher Erkrankung
Supervision, Balintgruppenarbeit

Psychotherapie mit älteren Patienten

Entgegen einem verbreiteten Vorurteil, erweisen sich psychotherapeutische Behandlungen bei älteren Patienten als lohnenswert und effektiv. Die Behandlung kann die Lebensqualität bis ins hohe Alter erheblich verbessern, wenn man die spezifischen Bedingungen des Altern beachtet. In einem Vortrag anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des AFTAP schilderte Dr. Helmut Luft, Psychoanalytiker und Arzt, selbst Jg.1924, eindrucksvoll den erfolgreichen Verlauf mehrerer psychoanalytischer Behandlungen mit älteren Patienten.

Eine Patientin war bei Beginn einer ersten psychoanalytisch orientierten Behandlung 94 Jahre alt. Sie beanspruchte eine zweite psychoanalytisch orientierte Psychotherapie von ihrem 99 zigsten bis zu ihrem 104. Lebensjahr. Sie hatte auf den Tod ihres Mannes mit starken psychosomatischen Symptomen reagiert, die im Laufe der Behandlung vollständig verschwanden. Hinter den Symptomen verbargen sich Schuldgefühle und unterdrückte Wut sowie verleugnete Ängste vor Verlust, Vergänglichkeit und Tod.

Eine andere Patientin, 60 Jahre alt, die seit 5 Jahren unter der Diagnose „Alzheimer“ in einem Pflegeheim teilnahmslos im Bett lag, erwies sich nicht als dement, sondern als depressiv. Nach einer psychotherapeutischen Behandlung verließ die Pat. das Altenheim, lebte selbständig in ihrer Wohnung, reiste viel, brauchte keine Medikamente mehr und wurde wieder Mittelpunkt der Familie. Sie sorgte für ihren Nachlass und starb sechs Jahre später.

Herr Dr. Luft betonte die Wichtigkeit der Differentialdiagnose zwischen Demenz und Depression. Von den 70-jährigen sind weniger als 5% organisch an Demenz erkrankt, von den 80-jährigen nur 15%. Zudem erklärte er, dass der Alterungsprozeß kein einseitiger Abbau ist: Vielmehr gibt es eine Gegenläufigkeit von „Abbaukurve“ (körperlicher Abbau, psychischer Abbau, soziale Verluste) und „Reifungskurve“ (Lebenserfahrung, Bedächtigkeit, Weisheit, Kreativität, Versöhnlichkeit, antizipierendes Handeln) im Alter, wobei die Reifungskurve durch eine angemessene psychotherapeutische Behandlung oft erheblich unterstützt werden kann.

Der veralteten Auffassung von der Unveränderbarkeit einmal eingerichteter Hirnstrukturen setzte Herr Dr. Luft die heute wissenschaftlich bewiesene Erkenntnis entgegen, dass das Gehirn lebenslang veränderbar und entwicklungsfähig ist. Sein Vortrag ist eine engagierte Ermutigung sowohl für Psychotherapeuten, ältere und alte Patienten zu behandeln, als auch für ältere Menschen, bei Bedarf psychoanalytische Behandlungen in Anspruch zu nehmen.


Ist die Psychoanalyse rentabel ?

Langfristige psychoanalytische Behandlungen sind kostengünstig für das Gesundheitswesen!

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben die anhaltende hohe Wirksamkeit psychoanalytischer Krankenbehandlungen unter Beweis gestellt. Noch 6 Jahre nach Abschluss langfristiger psychoanalytischer Behandlungen von schwer seelisch kranken Menschen war deren Symptombelastung deutlich reduziert, die Lebenszufriedenheit, die Arbeits- und Beziehungsfähigkeit anhaltend gebessert. Arztbesuche, Krankschreibungen und Krankenhausaufenthaltstage sinken bereits im ersten Behandlungsjahr ab. Der positive Effekt hält nachweislich bis weit nach Abschluss der Behandlungen an.
Trotzdem greifen die Krankenkassen in den Behandlungsrahmen langfristig angelegter psychoanalytischer Behandlungen reglementierend so ein, wie es die bestmöglichen Behandlungsergebnisse gefährdet, bzw. verhindert. Die Leistungserbringer werden existenzgefährdend schlecht honoriert und es gibt politische Stimmen mit dem Vorschlag, psychotherapeutische Leistungen ganz aus dem Grundleistungskatalog der Krankenkassen zu entfernen.
Weitere Informationen erhalten Sie in der Broschüre "Indikation und Wirksamkeit" der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, welche Sie HIER als PDF-Dokument herunterladen können.
Die Website der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung finden Sie unter www.dpv-psa.de


Tinnitus -
ein Leiden, mit dem man sich abfinden muss?

Immer mehr Menschen leiden unter Ohrengeräuschen, die ihr Lebensgefühl oft in dramatischer Weise beeinträchtigen. Dass Tinnitus ein komplexes psychosomatisches Geschehen ist, ist in der Medizin bekannt.

Psychoanalytiker erleben in ihren Praxen immer wieder Patienten, die unter Ohrengeräuschen leiden. Die Ohrengeräusche sind häufig mit Geräuschüberempfindlichkeit, mit beginnender Schwerhörigkeit, mit Hörstürzen, Migräneanfällen, Schwindelattacken und Schlafstörungen verbunden.

Wir Psychoanalytiker können in unseren Behandlungen das Kommen und Gehen von öhrgeräuschen beobachten und die mit Ohrgeräuschen verbundenen Konflikte identifizieren. Wir machen die Erfahrung, dass sich Ohrgeräusche und andere damit verbundene Beschwerden im Laufe psychoanalytischer Behandlungen wesentlich reduzieren oder sogar ganz auflösen können.
Wenn Sie sich auch vorstellen können, dass solche Erfahrungen die öffentliche Diskussion um Tinnitus bereichern können, stehe ich Ihnen gerne zu Gesprächen zur Verfügung.


Weihnachten, das Lichterfest, das Fest der Liebe, der Familie, des Neides und des Familienkrachs.

Weihnachten, das Lichterfest, ist traditionell mit Hoffnung verbunden und mit Wünschen, Wünschen, die sich zunächst auf das Licht beziehen. Für die Christen bringt die Geburt Christi das Licht der Hoffnung in eine düstere Welt, in der fortan die Nächstenliebe das Talionsprinzip ersetzen soll: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ anstatt „Aug um Auge, Zahn um Zahn“. Für die Nicht-Christen gibt es nach altem germanischem Brauch die Wiederkehr des Lichtes in die Natur zu feiern, das nach den langen, dunklen Nächten die Tage länger werden und die Natur wieder aufblühen lässt.

Weihnachten dürfen wir uns deshalb etwas wünschen und damit die Wünsche sich erfüllen, müssen sich Menschen finden, die etwas schenken. Was wir uns alle gleichermaßen wünschen, ist Frieden und v.a. Harmonie. Wer schenkt jetzt den Frieden und wer die Harmonie? 
Kaum sind also die Sommerferien verstrichen, da erinnert uns Aldi mit Christstollen und Lebkuchen schon an unsere Pflichten; spätestens mit den Herbstferien kommt die übrige Konsumgüterindustrie mahnend, um nicht zu sagen fordernd hinzu. Noch genießen wir die letzten Altweiber-Sonnenstrahlen, da fängt die Überlegung schon an, wie machen wir in diesem Jahr wen glücklich und welches Unglück nehmen wir  für unseren guten Willen in Kauf?

Manche – vor allem manche Familien -  haben Glück. Da ist alles schon vorbestimmt. Am Heiligen Abend bleibt man mit den eigenen Kindern zuhause, am ersten Weihnachtstag geht es zu den Eltern, am Zweiten zu den Schwiegereltern. Zwar hat der eine oder andere dabei Magenschmerzen weil man sich mit den Schwiegereltern nicht so gut versteht – oder auch mit den eigenen Eltern – aber was soll‘s! Was tut man nicht alles für den lieben Frieden!

Familien mit sehr kleinen Kindern könnten es unbequem finden, mit den Kids zu verreisen. Also werden die Eltern und /oder Schwiegereltern zu ihnen eingeladen. Was ist das schon, ein Essen für sechs Personen und, na ja, die Kinder, das schafft doch jede Hausfrau mit Links. Noch dazu, wenn der Ehemann mit anpackt!
Seit den Sommerferien allerdings – wenn nicht schon seit dem letzten Jahr -, macht sich die Hausfrau  Gedanken, wem sie was schenkt. Wer braucht was, wer freut sich über was, was ist gerecht und was geht finanziell? Und vielleicht hängt gerade auch in der besten Familie der Haussegen etwas schief? Der Ehemann fällt als tatkräftiger, gut gelaunter Helfer im Haushalt aus; die Ehefrau hat von der vorweihnachtlichen Überforderung schon seit einigen Tagen einen Schnupfen und jetzt kommt Fieber hinzu!
Jetzt war von den glücklichen Familien die Rede!

Es gibt auch weniger glückliche Familien und Alleinstehende erst! Auch sie sind dem Weihnachtsfest ausgeliefert! Die Anderen, die Familien sind so glücklich, sie haben Eltern, Freunde und Verwandte, mit denen sie feiern, mit denen sie zusammensitzen, mit denen sie es gemütlich haben!? Alle Geschäfte sind zu, das öffentliche Leben hat eine Pause, selbst die Kirchen sind  irgendwann geschlossen und die Einsamkeit meldet sich an.
Draußen ist entweder Dreckwetter oder, schlimmer noch, wunderschöner Schnee! Schnee, der alles Unebene eben macht, der alles Hässliche gnädig verdeckt, Schnee, der uns  von einer Welt  ohne Ecken und Kanten, von einer  durch und durch harmonischen Welt träumen lässt!

Es ist so harmonisch nicht, wie wir es uns wünschen, auch an Weihnachten nicht! Aber ein Mal im Jahr sollte es doch harmonisch sein, oder? Aus den Wünschen sind Forderungen geworden, aus den Möglichkeiten Ansprüche! Die Enttäuschung folgt auf dem Fuße! Nicht dass wir mit unseren eigenen Ansprüchen die Enttäuschung vorprogrammiert hätten, nein! Wir legen sie dem jeweils Anderen zur Last und hin ist die Harmonie, hin der (Familien-) Frieden und noch größer wird der Neid auf Die, die es vermeintlich besser haben als wir.
Das kann zu Einbrüchen führen! Zu Familienkrach, zu Tränen, zu Schlaflosigkeit zu Wut und zu Depression. Denken Sie daran: Weniger kann Mehr sein.